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Interview mit Daniel - Teil ii

 

Stop and Go in der Rush-Hour. Wie gelassen bist Du, wenn es nicht vorwärts geht?

Daniel: Stop and Go stört mich in Prinzip nur, wenn ich zu Beginn meines Dienstes mit dem Bus zu meiner Startposition kommen muss. Manchmal bin ich bereits eine Stunde vor Dienstbeginn auf dem Betriebshof, weil ich Staus oder Stop and Go mit einkalkuliere. Wir schulden den Fahrgästen Pünktlichkeit, also müssen wir auch beweisen, dass wir das können. Und wenn ich unpünktlich bin, dann werden die Fahrgäste die Schuld nicht auf mich schieben, sondern auf die Firma. Und das versuche ich zu vermeiden. Auf dem Rückweg zum Betriebshof sehe ich Stop and Go etwas entspannter, denn das hat dann nichts mehr mit unseren Fahrgästen zu tun. Ich parke dann den Bus auf dem Betriebshof, erkläre warum ich später gekommen bin und alles ist gut.

 

Ein PKW überholt noch schnell, obwohl Du schon längst links blinkst, um Dich von der Haltestelle wieder in den Verkehr einzufädeln. Ärgert Dich das?

Daniel: Die Autofahrer unterschätzen manchmal die Gefahr. Ein Bus ist wie ein Elefant. Und dann kommt ein Hase, der noch schnell überholen will. Ich habe Geduld in einer solchen Situation. Lieber warte ich eine Minute und setze die Fahrt dann sicher fort. Außerdem ist mein Bus mein Arbeitsmaterial. Ich habe 19 Jahre als Journalist gearbeitet. Ich habe auf einer Schreibmaschine angefangen zu schreiben. Das bedeutete arbeiten mit Rücksicht. Wenn die Schreibmaschine kaputt ist, dann geht es nicht mehr weiter. Und mit derselben Vorsicht behandle ich die Busse die ich fahre.

 

Was hast Du gemacht, bevor Du Busfahrer wurdest?

Daniel: In Afrika bin ich als Politik-Reporter viel gereist. Ich war beruflich überall in Afrika, ich kenne jedes der 52 Länder. Als ich nach Deutschland kam, habe ich viele Jobs gemacht. Von Natur aus bin ich immer in Bewegung. Ich kann nicht „nichts“ machen. So war ich bei GLS, bei DPD und UPS. Ich habe am Düsseldorfer Flughafen bei „Lost & Found“ gearbeitet. Dann habe ich mich entschieden, den LKW-Führerschein zu machen. Ich bin den internationalen Transport von Bonn nach Bordeaux gefahren. Ehrlich gesagt ist es ist schon schwer, von da wo man steht wieder ganz unten anzufangen und neu durchzustarten. Ich bin ein großer Reporter, alle kennen mich. Ich schreibe auch heute noch Artikel. Hauptsächlich schreibe ich noch für Afrika. Mein Name steht aber auch noch in allen Zeitungen Frankreichs. Ich schreibe die Artikel unter meinem Pseudonym. Ich habe mindestens 4 Pseudonyme.

 

Wie kam es zu der Entscheidung Busfahrer zu werden?

Daniel: Langfristig war es der Wunsch von meiner Frau und mir, dass ich einen Job mache, bei dem ich abends Heim kommen kann. Bei meinen Fahrten nach Bordeaux bin ich teilweise mehrere Tage nicht nach Hause gekommen. So kam es, dass es mich entschlossen habe, Busfahrer zu werden. Und ehrlich gesagt bin ich absolut zufrieden mit dieser Entscheidung. Hier erlebe ich so viel, dass ich darüber Bücher schreiben kann. Und das mache ich tatsächlich. Wenn mir etwas Besonderes oder Lustiges während meines Arbeitstages passiert, dann mache ich mir Notizen und zuhause schreibe ich es nieder. Ich schreibe über die Linie 127, 154, 145 und über den Beruf des Busfahrers.

 

Was schätzt Du an Deinem Beruf?

Daniel: Man erlebt im Alltag eines Busfahrers immer wieder lustige, interessante und schöne Situationen. Das ist ein Grund, warum ich diesen Beruf sehr schätze. Ich interagiere in meinem Beruf, ich weiß, wie ich Spaß bei der Arbeit habe. Egal, was ich mache, ich habe immer einen Punkt, der mich dableiben lässt. Das Leben geht nicht immer nur geradeaus. Es gibt Wege die führen nach links und es gibt Wege die führen nach rechts. Versuche deinen Weg zu finden und bleibe dir dabei immer selbst treu. Das ist meine Erfahrung aus der Vergangenheit. Egal für welchen Weg ich mich entscheide, ich bin zu 100% dabei.

 

Was gefällt Dir besonders bei Schilling?

Daniel: An meinem ersten Tag bei Schilling habe ich Herrn Kläs gesehen und ich dachte, er sei ein Busfahrer. Ich habe rüber gerufen „Hallo du!“. Er sagte „Hallo, wie geht’s?“ und ich sage „immer weiter“. Er sagt „das ist gut“. Zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, dass er der Chef ist. Ein paar Tage später stand ich mit ein paar Fahrern zusammen. Als Herr Kläs zufällig vorbeikam, sind alle schnell gegangen. Ich wieder „Hallo du“. Er sagt „Hallo!“ und während ich an ihm vorbei gehe „wie geht´s?“. „Gut“ sagte ich, und suchte meinen Bus. Am nächsten Tag fragte ich meine Kollegen warum sie so schnell gegangen sind. Sie sagten, dass das der Chef war. Und genau das finde ich super. Man merkt ihm nicht an, dass er der Chef ist. Er hätte sagen können „wer bist du?“. Aber nein, er hat mitgemacht. Ich glaube er hat verstanden, dass ich ihn nicht kenne. Die Mannschaft hier gefällt mir sehr gut. Aber am besten gefällt mir das Busfahren. Ein Bus ist für mich wie ein Pferd. Ich reite selbst und habe Pferde in Afrika. Ich liebe meine Pferde. Und genauso liebe auch meinen Bus. Der Bus ist mein Begleiter. Manchmal laufe ich an der Reihe parkender Busse vorbei und rede mit jedem einzelnen. Ich sage „804 – dein Drucker funktioniert nicht“ oder „807 – wir waren schon häufig zusammen unterwegs“ oder „9023 – mein großer Gelenkbus, du bist zwar lang aber dafür flexibel.“ Ich kann zu jedem Bus eine Geschichte erzählen. Ich bin schon fast alle gefahren. Bevor ich einen Bus starte sage ich „komm wir gehen spazieren, wir drehen eine schöne Runde und kommen wieder zurück.“

 

Wie gefallen Dir die Fahrzeuge, mit denen Du täglich unterwegs bist?

Daniel: Sie sind wirklich perfekt, ich bin sehr zufrieden. Die sind wie mein persönliches Spielzeug. Sie sind wie meine Pferde, ich liebe sie alle. Egal ob neu oder alt. Das ist Einstellungssache. Der Bus macht grundsätzlich das, was man will. Dann gibt es keine Probleme. Manchmal passiert es, dass er eine Panne hat. Dann kommt Hilfe aus der Werkstatt. Manchmal kann mit ein paar Hangriffen geholfen werden. Zur Not wird der Bus abgeschleppt. Dann denke ich mir: wenn der Bus hätte reden können, hätte er wahrscheinlich gesagt: „Leute, heute fühle ich mich nicht gut, heute fahre ich besser nicht“.

 

Gibt es eine lustige Geschichte, die Du in Deinem Alltag als Busfahrer erlebt hast?

Daniel: Es gibt einige lustige Geschichten. Wenn man keinen Humor hat, dann baut man sich selbst eine Blockade. Ich suche meinen Spaß in der Arbeit. Deshalb bin ich der Arbeit niemals müde. Das ist der Trick. Aber ich persönlich finde das nicht schwer. Ich lache viel – zuhause, überall. Man sieht mich selten unglücklich. Wenn man das gesehen hat, was ich als Kriegsberichterstatter gesehen habe, sieht man die Welt mit anderen Augen. Ich habe ich mir geschworen, einen Strich zu ziehen und bis an mein Lebensende nur noch zu lachen.

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